4. Antigleichnis zu "Die Arbeiter im Weinberg"

von Jonas Boehnke und Johannes Rausch

 

Ein Mann namens Titus Gladius lebte in der Großstadt Rom. Er war ein armer Mann und hatte drei Kinder und eine Frau zu versorgen. Als Tagelöhner hatte er manchmal im Hafen zu tun, trotzdem nagten sie am Hungertuch. Eines Tages stand er wie üblich vor den großen Handelsschiffen der reichen Händler und bettelte um Arbeit. Doch alle entgegneten gereizt: "Scher dich, Abschaum!" und jagten ihn weg. So ging es den ganzen Tag, der für ihn sowieso kein Tag mehr war. In seinen Gedanken malte er sich schon die hungernde Familie aus, wenn er ohne Geld nach Hause kommen würde. Es war schon am späten Nachmittag, als ein vornehmer Händler an ihn herantrat und ihn für diesen Tag noch in seine Dienste stellen wollte. In ihm keimte glücklich ein Funke Hoffnung auf. Er half noch eine Stunde beim Entladen der Fracht und bat dann um seinen Lohn. Doch der Händler schaute ihn nur grimmig an und meinte: "Eine einzige Stunde hast du gearbeitet! Dafür willst du auch noch Geld haben?! Verschwinde, du Asylant!"